Alghero

Alghero ist eine Stadt voller Sehenswürdigkeiten, Ausflugszielen und liegt direkt am Meer. Alghero liegt an der Nord- Westküste Sardiniens, in der Provinz Sassari und zählt fast 40.000 Einwohner.
Das Besondere Algheros ist, dass hier neben Italienisch nicht die inseleigene Sprache Sardisch gesprochen wird, sondern 40% seiner Einwohner eine Variante des Katalanischen sprechen. Alghero kann somit wahrhaftig als katalanische Stadt bezeichnet werden. Im Laufe des Mittelalters wurde die Stadt Algarium genannt. Dieser Name kam von der Wasserpflanzenart “Posidonia Oceanica”, die hier stark verbreitet ist und im Volksmund fälschlicher Weise “alga” (Alge) genannt wird. Während der spanischen Herrschaft wandelte sich der Name zu Al Alguer, um dann mit der Zeit zu dem heutigen Namen Alghero zu werden.

Lage
Alghero liegt direkt am Meer und wird im Nordwesten von einer etwa 80 km langen Küste umschlossen, wo sich steile und felsige Abhänge mit feinen, weißen Sandstränden abwechseln.
Nördlich, unmittelbar hinter dem neuen Hafen liegt der fast 6 Kilometer lange Strand von Sant Joan mit seinen natürlichen Sanddünen. In dieser Gegend ist der Boden besonders sandig. Die Vegetation besteht deshalb im Wesentlichen aus Kiefern, Pinien und “Ginepri” (mediterranes Wacholderbuschwerk). Weiter nördlich befindet sich der Stagno Calich (Salzsee) mit seiner üppigen Tier- und Pflanzenwelt.
Auf der nördlichen Seite der Flussmündung, 8 km von Alghero entfernt, liegt der kleine Vorort Fertilla, indem sich auch der Flughafen Algheros befindet. Fertilla ist durch seine moderne Architektur der 20er und 30er Jahre diesen Jahrhunderts charakterisiert, im Stil des Neuen Bauens, welcher durch Razionalität und Sachlichkeit geprägt wurde.

Geschichte Algheros
Alghero wurde im 12. Jhd. von der genuesischen Familie Doria auf einer kleinen Halbinsel gegründet, die im darauffolgenden Jahrhundert von der katalanisch- aragonesischen Krone Aragonien am 31. August 1353 erobert wurde. Ab dem Jahr 1354 wurde die Stadt von Katalanen besiedelt und die Sprache und Tradition jenes Volks von der iberischen Halbinsel wird hier seitdem bewahrt und gelebt. Auch heute noch bestehen enge Beziehungen und ein reger kultureller Austausch zwischen Alghero und Katalonien.

Die Stadt
Die historische Altstadt Algheros erstreckt sich zum Meer hin und ist mit seinen charakteristischen Architekturbeispielen und seinen kleinen, engen Gässchen und romantischen Winkeln ein wahres Schmuckstück Sardiniens.
Die Sehenswürdigkeiten und Kirchen der engen Altstadt mit ihren stattlichen Türmen und trotzigen Bastionsmauern, die herrschaftlichen Paläste und besonders die Glockentürme der Kathedrale S. Maria und der Kirche San Francesco hinterlassen einen eindeutigen Abdruck des „katalanisch-gotischen“ Stils. “Barcelonata" (kleines Barcelona), wie Alghero liebevoll von den Katalanen genannt wird, war dank seines Meeres, den freundlichen Einwohnern und seiner Geschichte bereits Ende des 19. Jahrhunderts erstes touristisches Ziel Sardiniens. Und auch heute noch zeigt sich Alghero stolz als eine der gastfreundlichsten und aufgeschlossensten Städte, reich an touristischem Angebot und verschiedensten Sehenswürdigkeiten und Austellungen; und trotz alledem ist Alghero über die Jahre hinweg authentisch und traditionsbewusst geblieben.

Sehenswürdigkeiten/ Stadtrundgang                                                                                                                            In der Altstadt Algheros kann man sich trotz der engen, verwinkelten Gässchen nicht verlaufen. Die Altstadt wird von dicken Bastionsmauern und dem Meer eingerahmt. Möchte man die Stadt von Norden aus betreten, so gelangt am besten über den nord- östlich gelegenen Platz Piazza Porta Terra, an der sich auch die Touristeninformation befindet, in die Altstadt. Vor den dicken Bastionsmauern liegt die grüne und schattige, städtische Parkanlage mit dem Denkmal von Giuseppe Manno, ein Werk Pietro Canonicas aus dem Jahre 1894. Man lässt sich von der Via Simon in die Altstadt hineinziehen, zu seiner Linken der Turm Torre di Porta Terra oder auch Portal genannt. Dieser Turm stammt aus dem 16. Jhd. und war bis ins 19. Jhd. der Haupteingang der Stadt. Er wurde nachts geschlossen und verhinderte somit das Eindringen Fremder.
Überquert man die Via Mazzini, gelangt man in die Via Fratelli Kennedy, von der aus man, in die erste Strasse rechts biegend (Via Carlo Alberto), zur Chiesa San Michele gelangt. Die Kirche ist eine Barockkirche und mit ihrer bunten Kuppel das Wahrzeichen Algheros. Am Ende der Strasse Via Fratelli, an der Kreuzung mit der Via XX Settembre, befindet sich das Aquarium Alghero, die einzige Ausstellung Sardiniens des Meer- und Süsswasserlebens. Hier kann man in großen Glasaquarien typische Fische und Meeresbewohner bestaunen und allerhand über die fabelhafte Unterwasserwelt lernen.
Läuft man nun in Richtung Meer gelangt man zum Platz Piazza Sulis, Treffpunkt der High Siciety Algheros, und dem gleichnamigen Torre di Sulis aus dem 16. Jahrhundert. Er ersetzt einen Mittelalterturm. Von hier aus führte die äussere Ringmauer, zur Verteidigung der Südfront der Fortifikation, nach Norden zum Torre San Giovanni und nach Süd- West zum nächsten Turm Torre San Giacomo. Heute führt an ihrer Stelle die Strandpromenade und Flaniermeile Colombo zu dem Turm. Der Turm San Giovanni aus dem 17. Jahrhundert, mit seinem Fundament im Meer und als einziger mit oktogonalem Grundriss, hatte lediglich eine defensive Funktion als Zwinger inne. Er wurde im 17. Jahrhundert als Erweiterung der Ringmauer ins Meer gebaut um die Stadt auch vor Eindringlingen vom Meer aus zu schützen. Ebenso wie gotische Verzierungen zeigt er auch typisch katalanische Elemente, wie z.B die Nische über der Eingangstür oder der kurze spiralförmige Treppenaufgang. In der Nähe des Turmes kann man die Ausgrabungen der mittelalterlichen Ringmauer mit ihren zwei Türmchen sehen, die mit der Konstruktion der neuen Bastion und dem Turm San Giacomo im Innern der Stadt eingeschlossen wurden. Hinter dem Turm San Giacomo erstreckt sich die weite Promenade Marco Polo, charakterisiert durch die antiken Schießscharten und einem wunderschönen Panorama in Richtung Norden auf die Bucht von Alghero.
Auf der Höhe der Bastion del Mirador stoßen wir auf den kleinen Turm Torre de la Polveriera (oder auch Santa Barbara). Dieser Turm, aus der Mitte des 18. Jhd., diente zur Lagerung von Pulver und Munition.
Folt man weiter der Promenade kann man am nord- westlichsten Zipfel der Bastion einen wunderbaren Blick über die Mole, den Hafen, und etwas weiter gen Norden über den langen Sandstrand von San Giovanni, die Insel Maddalena, den Stadtteil Fertilia, den Salzteich Calic und das Gebiet der Nurra.
Weiter entlang der Promenade Magellano auf der Bastionsmauer trifft man auf einen engen Mauerkorridor, der von einer Reihe von Bögen überragt wird. Weiter dem kurvigen verlauf der Mauern und der Küste entlang folgend, gelangt man zu einer grossen, breiten Treppe, die direkt vor dem antiken Stadttor endet. Hier war der zweite Eingang zur Stadt, der Eingang vom Meer aus.
Ein wenig weiter liegen die stattlichen Überreste des Forte della Maddalena, dessen Turm ein Denkmal beherbergt, welches an die Ausschiffung Giuseppe Garibaldis unter dem Kommando des Handelsschiffes “Il Lombardo", am 14. August 1855 erinnert.

Nun gelangt man durch das Stadttor hinein in die enge, verwinkelte Altstadt, auf den Platz Piazza Civica ("placa de la Dressana"). Zur rechten, am Anfang der Strasse Via Maiorca befinden sich einige mittelalterliche Bögen, die sich an den Palazzo del Conte Serra di Sant`Elia anlehnen. Man gelangt auf den Platz Piazza del Duomo, wo die Fassade der Cattedrale Santa Maria mit ihrem achteckigen Glockenturm in der Sonne glitzert. Die Kathedrale stammt aus dem 16. Jahrhundert, die Fassade wurde allerdings 1862 durch eine neuere Fassade im neoklassizistischen Stil ersetzt. In der Strasse Via Principe Umberto, die vom Domplatz abgeht, finden wir an Hausnummer 11, das interessante Haus "Casa Doria " aus dem 16. Jhd, mit seinem Renaissance- Portal und Fenstern mit gotisch-katalanischen Elementen.
Gleich daneben befindet sich der Palazzo della Curia, mit dem Archiv der vereinigten Bischöfe, sowie die Kirche Chiesa della Misericordia.
Über die Via Gilbert Ferret gelangt man in die Via Carlo Alberto, wo auf der rechten Seite eines der  wichtigsten Gebäude der katalanischen Kultur Sardiniens steht; das Kloster und die Kirche San Francesco. Sie wurden von den Franziskanern 1330 errichtet, nach einem Einsturz 1593 teilweise wiederaufgebaut, und im Laufe des 18. Jhd restauriert und rekonstruiert.

Anschliessend an den kulturellen Rundweg locken zahlreiche Souvenir- und Kunsthandwersläden, sowie Schmuckgeschäfte mit dem typisch roten Korallenschmuck. Auch eine Pause für ein leckeres Mittagsessen in einem der zahlreichen Lokalen in den engen Gässchen Algheros lohnt sich.

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung Algheros
Fährt man 23 km in Richtung Nord- West gelangt man zum Meeresschutzgebiet Capo Caccia- Isola Piana, hier befinden sich beeindruckende Grotten. Viele von ihnen liegen auch unter dem Wasserspiegel und sind nur in Tauchgängen erreichbar. Tauchen ist an der Küste um Alghero herum bestens zu empfehlen. Hier gibt es eine lebhafte, bunte Unterwasserwelt zu bestaunen, besonders die seltenen Korallenriffe werden in Erinnerung bleiben.Doch auch für diejenigen, die sich lieber über dem Wasserspiegel aufhalten gibt es viel zu bestaunen;

Wer in Alghero Urlaub macht oder sich in der Gegend aufhält, darf sich eine echte Perle der Natur einfach nicht entgehen lassen; Die Tropfsteinhöhle Grotta di Nettuno. Sie ist eines jener geologischen Naturwunder, das den Besucher durch seine unglaubliche Schönheit bezaubert und eine unvergessliche Erinnerung hinterlässt. Jährlich bestaunen sie über 150.000 Besucher. Es handelt sich um eine besonders große Grotte, die sich über ca. 2.500 Meter erstreckt: Säle verschiedenster Größe und Beschaffenheit, Tunnel, kleine glänzende Seen, tiefe Brunnen immer wieder verbunden durch die engen Stollengänge.
Die zahlreichen naturwissenschaftlichen Besonderheiten machen sie zu einer der interessantesten und wertvollsten Grotten im gesamten Mittelmeerraum.
Der Eingang der Höhle, vor dem die Boote mit den Passagieren anlegen, führt den Besucher zum Empfang in eine Art Vorhalle. Dann geht es ins Höhleninnere, wobei man als erstes auf den vom Meerwasser gebildeten See Lamarmora trifft, der diesen ersten Raum fast vollständig bedeckt.
Die Wände an den Ufern dieses Sees schimmern grün-bläulich. Aber nicht die Lichtstrahler der Boote sind für dieses einzigartige, bunte Farbenspiel verantwortlich, sondern die pflanzlichen Verkrustungen an den Wänden.
Von Alghero aus kann die „Grotte Neptuns“ auf zwei verschiedenen Wegen erreicht werden: Vom Hafen aus starten Boote. Die etwa einstündige Fahrt führt an der eindrucksvollen Korallenküste entlang, vorbei an den Klippen des Capo Galera und der Punta Gilio, bis hin zur Spitze des Capo Caccia, wo sich in einer wunderschönen Szenerie der Eingang der Grotte vor den staunenden Besucheraugen öffnet.
Auf dem Landweg erreicht man Capo Caccia nach 25 Km über eine tolle Panoramastrasse direkt am Meer entlang.
Von der kleinen Piazza des Capo Caccia aus, führt an der westlichen Seite die Treppe "Escala del Cabirol", eine lange, steile Treppe mit 656 Stufen  nach unten, direkt zum Haupteingang der Grotte.

Die Grotta Verde, befindet sich in der Nähe des Cappo Caccia, am westlichen Ende der Bucht von Porto Conte, etwa 23 Km von Alghero entfernt (SS 127 bis). Sie ist nur über das Meer erreichbar. Der Eingang befindet sich 75 m über dem Meeresspiegel. Das Innere der großen Höhle enstand im Mesozoikum, auch Erdmittelalter genannt (200 Millionen Jahre alt) und zeigt mächtige Säulen aus Stalagmiten und Stalagtiten, die Wände schimmern in grünen Farben. Ein kleiner See mit Salzwasser bedeckt den Grund. Einst war er trocken und vom Urmenschen in der Jungsteinzeit (VI. Jahrtausend v.Chr.) bewohnt. Noch heute zeugen hiervon äusserst seltene Höhlenmalereien von vor über 7000 Jahren, die einfache Symbole und Figurendarstellungen darstellen.

Die Necropoli Anghelu Ruiu ist im Norden Sardiniens eine der wichtigsten Garbstädten aus vornuraghischer Zeit. 38 Domus de Janas, auch Feenhäuser genannt, sind hier zu Einheiten aus 31 plus 7 Komplexen gruppiert. Die achäologische Stätte liegt 10 km von Alghero, auf der Strasse SP 42 in Richtung Porto Torres.

Die Necropole Santu Pedru erreicht man über die SS 127 bis, etwa 10 km von Alghero entfernt, in Richtung Uri und Ittiri. 2,4 km hinter der Abzweigung nach Olmedo, die man links liegen lässt, auf der Höhe von km 24,5 liegt auf der linken Fahrbahnseite, der Eingang zum Grab I, oder auch Vasengrab genannt. Die restlichen Gräber liegen um das Grab herum, mit Ausnahme von Grab X, welches rechts von der Fahrbahn liegt. Bei dem Vasengrab handelt es sich um eine unterirdische Gruft zur Bestattung der Verstorbenen, deren Reste in eine Art Vasen gefüllt wurden. Diese Bestattungszeremonie wurde hauptsächlich auf Sardinien ausgeübt. Das Grab besteht aus einem Vorraum und der Hauptkammer, in der sich noch 2 Stützpfeiler und an der dem Eingang gegenüber befindenden Wand ein Relief  befinden. Dieses Relief  ist zu einer falschen Tür auf geschlossener Mauerfläche herausgearbeitet worden. Vom Hauptraum aus gelang man zu den verschiedenen, verzierten Grabzellen.

Der terrassenförmige Hügel “Altare di Monte d'Accoddi” ist ein Altar aus vornuraghischer Zeit auf dem Hügel Monte d`Accoddi. Dieses pre- nuraghische Denkmal ist einzigartig im gesamten Mittelmeerraum. Es handelt sich um einen künstlich erbauten, megalithischen (aus großen Steinen erbaut), abgestumpften, pyramidenförmigen Bau mit einer Art Zutrittsrampe. Diese Baustruktur lehnt sich an jene der orientalischen Ziqqurath („hoher Platz“, der Himmel und Erde vereint), dessen berühmtes Beispiel der Turm zu Babel ist, an. Um den Altar zu erreichen, folgt man der SS 131 von Sassari in Richtung Porto Torres. Man erreicht eine Abzweigung Richtung Bancali. Auf der  rechten Seite, bei einem Bauernhof, biegt man ab auf einen Feldweg. Von dort ist es noch ca 1 km zu fahren.

Die Nuraghen-Burg Santu Antine (Torralba) besteht aus drei Komplexen und ist eine der beachtlichsten megalithischen (aus großen Steinen erbaut) Bauten Sardiniens. Man erreicht sie von Alghero aus über die SS 127 bis, über die SS 131Bis in Richtung Ittiri-Thiesi bis zur Schnellstrasse SS 131; dann in Richtung Bonnanaro bis zur Abzweigung nach Santu Antine.

Das archäologische Museum von Ittereddu (Sassari) ist täglich geöffnet und stellt interessante Ausgrabungen der sorgfältigen, territorialen Forschung aus.

Die Gigantengräber (tombe dei giganti = Hünengrab aus der Bronzezeit) von Tamuli (bei Macomer) befinden sich etwa 300 Meter von der gleichnamigen Nuraghe entfernt.

Direkt an der Schnellstrasse SS131 bei Paulilatino liegt Santa Christina, eine heilige Stätte bestehend aus ehemaligen Behausungen, einem Festplatz und dem noch sehr gut erhaltenen Brunnenheiligtum pozzo sacro. Ganz in der Nähe befindet sich eine Nuraghe im dichten Korkbaumwald.


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